Der 21-jährige Alex Esoteric, aka. Captain Esoteric, ist ein wahrhafter Musikarbeiter. Seit einigen Jahren, veröffentlicht der Musiker nun schon diverse Singles, Alben und EP’s unter den verschiedensten Projektnamen. Das erste mal kam She Wolf mit der Musik des Künstlers im Februar diesen Jahres in Berührung, als wir sein Album Interdimensional Happy​-​Go​-​Lucky Funtime Bonanza! rezensiert haben. Nun ist der experimentelle Künstler, dessen musikalisches Schaffen sich zwischen Electro, Synthpunk und Lo-Fi erstreckt zurück und präsentiert mit der Overload EP den follow-up. Dieser besticht durch ein interessantes Sounddesign und den von Captain Esoteric für gewöhnlich an den Tag gelegten Minimalismus.

Mit The Downward Spiral eröffnet der Künstler direkt ein surreales Stück elektronische Sequencing Kunst, dass zunächst mit dem Sound eines alten Pianos und dann mit monotonen Synthesizern umgesetztes, hypnotisches Riff zum besten gibt. Die aufwendig und verschachtelten Drums, bilden zusammen mit dem Leadsynthesizer das Alleinstellungsmerkmal, das ab und an mal durch ein Basslastiges Sounddesign ausgetauscht wird und bei dem die Variation in der interessanten Soundgestaltung liegt. Captian Esoteric verbaut einen gewissen Punk-Minimalismus in den Sound der grundlegend instrumentalen Titel, die an manchen Stellen etwas unfertig wirken, doch das wirkt teilweise Charmant. Somit könnte man das Ganze auch als Synthpunk umschreiben. Mit verzerrten Bass-Synthesizer Sounds eröffnet dann Rebellion, ein Track welcher zunächst langsam einleitet und dann ohne richtige Vorwarnung seine Geschwindigkeit ändert und mit mächtig Speed vorangeht. Capatin Esoteric lässt den Mehrstimmigen, mit verzerrten und phasigen Synthesizersound mit Speed aus der Anlage kommen und zeigt sich höchsten in dem Sound der Drums Variabel. Minimalistisch? Ja und wie! und das weiß irgendwie zu überzeugen, denn durch die Kürze der Songs, werden diese auch nicht langweilig sondern kommen rüber wie ein Gesamtkonzept, dass einfach nur in verschiedene Kapitel (=Tracks) aufgeteilt wird. Keep Moving ist mit seinem Langsamen und sparsamen Bass und Leadsynth-sound hier auch keine Ausnahme und überrascht mit einer interessanten Umsetzung, die auch hier nach einer Minute und fünfundvierzig  wieder vorbei ist. Der akustische Eindruck den Captain Esoteric mit A Very Special Blend Of Psychology And Extreme Violence zum besten gibt, erinnert direkt am Anfang an das liebe unterbewertete Genre Electronic Rock ‚N‘ Roll. Hier wieder mit einem verzerrten schnellen Bassriff in Symbiose mit den in der Hi-Hat variablen Drums, die sich auch durch verschiedene Snaresounds arbeiten und als Auflockerung ein paar schöne Leadsynths und sonstige Effekte hat. Abwechslungsreich ist diese zweiminütige Odysee, welche dann nahtlos in das Finale Fencman übergeht. Hier spielt Captain Overload nochmal mit einer Menge Variation, Breaks und seiner unbegrenzten Experimentierfreude, die dann nach einer Minute und ein paar drauf gequetschten Sekündchen vorbei ist

Fazit 7 von 10: Experimentelles, elektronisches Musikgut, welches von A bis Z in der richtigen Reihenfolge durchgehört werden MUSS, damit der Musikkonsument kapiert, was es damit auf sich hat. An und für sich ein äußerst interessantes Minialbum, welches Captain Esoteric hier abgeliefert hat.

Captain Esoteric bei Bandcamp:
https://captainesoteric.bandcamp.com/

Experimental Music