Genau ein halbes Jahr ist es her, da haben die in Polen beheimateten Alternative Rocker mit ihrem Debütalbum Obligation für helle Freude bei den Musikpostillen, als auch bei den Musikfans gesorgt. Auf diese Lorbeeren ruhen sich Wojciech Vypych (Gesang, Gitarre), Jaroslaw Szybowski (Bass), Jacek Karnat (Gesang, Keyboard) und Robert Porazka (Drums) sich jedoch nicht aus und liefern schon jetzt den Nachfolger, welcher in Form des zweiten Albums Joy Free Bowl ob dieses Opus wirklich eine freudlose Schüssel ist, oder doch eine gute Stunde puren Alternative Rock Spaß bringt? Finden wir es heraus.

Die Schlangenärzte leiten die Schüssel der Freude mit A Song und zeigen sich wie auch schon beim Vorgänger äußerst ambitioniert. im Mid-tempo gehalten und von einem leichten Goth-Rock Flair versehen, macht A Song auf instrumentaler Ebene schon eine tolle Figur, bei welchem die Musiker Simultan eine Melange zusammenspielen. Ob es nun die Keyboards sind, oder der Gesang, oder beides, welche diesem Song eine Düstere Räumlichkeit geben? The Snake Doctors erweißen sich hierbei jedoch erneut als durchaus fähige Musiker und Songwriter, die spannende Geschichten erzählen. Sänger Vypych kommt hier mit seiner tiefen Stimme fantastisch aus den Boxen und so klingt der Sound, welchen Snakedoctors zum erklingen bringen, ziemlich kompromisslos rüber. Natürlich erfinden sie hierbei nicht das Rad ihres Genres neu, sie fügen aber dem Kollektiv des alternativen Rock ein weiteres, fantastisches Album zu.

Leichte Grunge Einflüsse und den düsteren Grundtenor des Sounds stets beibehaltend, kommen Snakedoctors sehr kompromisslos aus den Boxen. So ist die Single Pierogy irgendwie mit Nirvana zu vergleichen. Ebenfalls im viervierteltakt und im mittleren Tempo gehalten, spielen Bassist und Gitarristen eine Art Hommage an Smells Like Teen Spirit nieder, was jedoch nicht heißen soll, das Snakedoctors hier Kurt Cobain kopieren, sondern die Machart des Songs, ist einfach Grunge in seiner puristischen Form. Begleitet von dem selben Riff wird der Sänger hier rau und energisch getragen, der mit seiner tiefen Stimme wie der Arsch auf’n Eimer passt, wenn es um das Sounddesign geht. Snakedoctors verstehen es, vernünftige Songs zu schreiben und dies beweisen sie auf ihrem neuen Werk Joy Free Bowl ebenfalls, wenn man sich jedoch bei Pierogy ein wenig mehr Variation hinsichtlich des Riffings, der Melodieführung gewünscht hätte.

Die Variation und Vielseitigkeit ist im Sound der Snakedoctors allgegenwärtig, denn auch wenn sich durch jeden vertretenen Song auf Joy Free Bowl ein gewisser roter Pfaden zieht, bieten Snakedoctors durchaus eine ordentliche Portion an instrumentaler Diversität an. So kommt das Keyboardträchtige Cecil Has Changed stark elektronisch und wie bereits angesprochen, dark aus den Lautsprechern. Hierbei macht sowohl die Fraktion der Rhythmusinstrumentalisierung und der Leads eine smoothe Arbeit. Ein wenig Variation wäre wie angedeutet wünschenswert, jedoch verstehen die Snakedoctors es, ihrem Sänger eine vernünftige Brücke zu bauen und wie auch schon bei ihrem letzten Album, beherrschen sie ihr Handwerk.

Sweeter bietet dann mit höheren Tönen der Gitarrensaiten und einem zunächst unverzerrten, cleanen Sound, sowie dem treibenden, bzw. unterstützenden satten Spiel des Bassisten eine kurze Abwechslung und klingt hierbei eher etwas sanfter als die anderen Songs, welches Snakedoctors auf Joy Free Bowl zu bieten haben. Snake Doctor lässt erneut an die große und legendäre Zeit des Seattle-Grunge denken. Hierbei liefern Snakedoctors ein zielstrebiges Stück, dass im Verse etwas sparsamer mit seiner Feuerkraft umgeht, dafür im Refrain aber gestanden ist, auch wenn dieser lyrisch etwas simpler ist, ist er dann doch ein Ohrwurm. Voll auf den Grunge gekommen ist auch One Way Creature, der mit seiner punkigen Attitüde aus den Lautsprechern lärmt. Simple Gitarren- und Bassriffstrukturen, von zügigen Drums im uptempo Beat angetrieben haben, bilden die Snakedoctors hier ein simples, aber effektives Instrumental zusammen und begleiten dabei den Sänger auf flüssige Art. Die weiteren Songs Dzwiny Kray oder auch das gemäßigte Has to Be Alone (On Messed up Purpose – Mellow Version) schlagen da in die selbe Kerbe. Snakedoctors präsentieren sich als ambitionierte Rockband des Alternativen Bereichs, wenn auch manche Songs sich etwas in der Langatmigkeit verlieren.

Fazit 8 von 10: Snakedoctors bieten düsteres-, grungelastiges Alternative Rock Spektakel

Mehr zu Snakedoctors im Netz:

Snakedoctors – Die offizielle Webseite:
http://snakedoctors.com/

Snakedoctors bei Instagram:
https://www.instagram.com/snakedoctors_official/

Snakedoctors bei Spotify:
https://open.spotify.com/artist/5vyum9X5jhjw9xc5RpUuw6

 

 

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