Freunde des progressiven Death Metal bekommen mit Imago von der schwedischen Formation Havok echte Kunst geboten! Sowohl im klanglichen, als auch im gestalterischen Aspekt, ist dieses Duo mit absoluter Liebe zur Sache rangegangen. Zwischen den Jahren 2003 und 2005 unter dem Namen Ecliptica aktiv, benannte sich die Band 2005 in Havok um und veröffentlichte einige Demos und Extended Player. Ab dem Jahr 2012 wurde es ruhig um die Band, ehe sich die beiden Mitglieder Mahan Haddad (Gitarre, Bass und Keyboarder), sowie Johan Cronqvist (Drums, Synthesizer und Texte) erneut zusammen getan haben und die Band wieder belebt haben. Unterstützt werden Havok auf Imago, welches sie früher als Demo veröffentlichten und das jetzt seinen endgültigen Release erfährt. Von Session-Sänger Robert Ahnling unterstützt, präsentieren Havok auf Imago astreine Kunst des progressiven Death Metal.

Mit dem ersten Song The Seed King hinterlassen Havok direkt einen starken, positiven und bleibenden Eindruck. Was die beiden Musiker Mahan und Johan hier komponiert und eingezimmert haben, kommt direkt Beeindruckend aus den Boxen. Der Opener, welcher oben als Video eingebettet wurde, überrascht zunächst mit einer klassischen Instrumentalisierung aus Cello-Sphären, simplen aber effektiven Akustikgitarren, liebevollen Pianoklängen und geflüstertem Wirr-Warr und kommt zunächst ruhig und lieblich aus der Anlage. Doch nach einer Minute ist schluss mit liebevoll und Havok hauen ein Brett des progressiven Death Metals aus den Boxen, dass sich gewaschen hat. heftige Drums, druckvolle Bässe und brutale Gitarren werden souverän und lässig bedient und präsentieren ein Interessantes Arrangement, dass mit ordentlich Wumms im mittleren Tempo in die Gehörgänge des Metalheads geprügelt wird. Leichte Einflüsse des alternativen Metal Genres sind merklich vorhanden und so haut die Band auf The Seed King ein starkes Brett aus den Boxen, dass sich zwar durch eingängige Rhythmusgitarren und entsprechende Bassparts auszeichnet, jedoch in der Disziplin der Leadgitarren und Keyboards dafür umso aufwendiger erscheint. Angenehm überrascht ist man hier von dem kraftvollen Gesang auf der Nummer, der mal etwas anderes ist als der im Death Metal Genre schon oft gehörte  tiefe Growl-Sound und so ist der Gesang zwar energisch, aber nicht übertrieben verstellt. Mit einem ausgewogenen Arrangement und komplexer Songstruktur wissen Havok direkt bei dem Eröffnungsstück The Seed King zu überzeugen und erweißen sich als ambitionierte Musiker, die ihr Handwerk hervorragend meistern.

Mit einem an ein Theremin erinnernden Synthesizersound eröffnet Lady Of The Largest Heart auf eine fast schon lieblich – liebevoll Art, ehe das als Einleitungsfaden dienliche, elektronisch / Sinfonisch angehauchte Intro der brachialen und progressiven Death Metal Maschinerie weichen muss. Mit Fingerfertigkeit und Blitzschnellen Leadriffs, heftigsten tiefen Gitarren und Bässen ist auch dieser Titel ein absolut tauglicher Headbang-Garant. Im Refrain zeigen Havok sich dann überraschend von ihrer melodischsten Seite und präsentiere cleane und melodische Vocals auf ein bitter-süßes und schwertöniges Metalbrett, dass in seiner Songstruktur liebevolle Keyboardmelodien mit präzise und wuchtigen Gitarren und Bässen, sowie komplexen und schweißtreibenden Drumparts vereint. Sowohl vom Arrangement, als auch hinsichtlich der Komposition, glänzen Havok mit diesem Ohrwurm. Mit cleanen Gitarren und der gewohnt progressiven Drummingtechnick eröffnet die Band den nächsten Geniestreich Calamity Of Compassion. Dies ist eine ruhige Passage, die effektiv ist, aber nicht lange anhält, denn nur wenige Augenblicke später geben Havok technisch feinsten progressiven Death Metal zum besten der sich gewaschen hat. Die schnellere Nummer wird von komplexen Doublebass-Drums angetrieben und unterstreicht das Talent von Mahan Haddad deutlich, welcher präzise Fingerfertigkeit und Können an seinen Saiteninstrumenten und dem Keyboard beweist und ein anspruchsvolles Ensemble zum Besten aus seinen Fingern zaubert. Die Songs von Havok sind in der Tat derart Komplex struktuiert, dass man zu keiner Sekunde das Gefühl der Langeweile bekommt. In der Tat merkt man bei diesem Headbang-tauglichen Stück gar nicht, wie die Zeit vergeht. Melodische Leadgitarren lockern das Arrangement etwas auf. Auch mit dem Ultrabrutalen nächsten Titel Phoenix Lights haut die Band ein blitzschnelles Arrangement und einen Headbang-tauglichen Nachbarschaftsschreck aus den Lautsprechern. Auch hier sind die Musiker in Topform und präsentieren ein komplexes Liedgut, dass alles andere als uninspiriert aus den Boxen kommt, sondern . Nach einem kurzen Break mit interessanter Keyboardsoundtechnik, gibt es ein Arrangement aus Streichersynths und einer liebevollen Akustikgitarren im Zusammenspiel mit einem ergreifenden cleanen Gesang, ehe gegen Ende nochmal ordentlich in die Instrumente gehauen wird und als Extra ein leidenschaftlich schönes Gitarrensolo diesen weiteren Titel von Havok ausklingen lässt oder besser formuliert, nach dessen Darbietung der Song aprupt beendet wird.

Zu guter letzt gibt es mit der Videoauskopplung The Star of Tabetha Boyajian den abschließenden Titel auf die Ohren. Havok machen auch diesen Titel zu einem Erlebnis des progressive Death Metal. Von Trommelsounds begleitete Keyboardklänge, die akustische Instrumente simulieren, bilden eine epische Einleitung zu diesem Titel, der nach Anderthalb Minuten in den für die Band typischen und druckvollen Metalsound übergeht. Mit einer düsteren Klangkulisse präsentieren Havok die perfekte Death Metal Disharmonie, welche mit leichten Synthesizern im Hintergrund seine Einleitung freigibt. Nach dieser Einleitung gibt es brachiales Death Metal gut, eingängig aber effektiv ohne Umschweife auf den Punkt gebracht. Stimmlich wechselt sich die Band hier zwischen klarem und aggressivem Shout-Gesang ab und sorgt mit seinen Synthesizersolos für einen gewissen AHA Effekt. In gewohnt progressiver Marnier, wechseln Havok ihren Metal mit orchestralen und epischen Sounddesigns ab, der gegen Ende nochmal in seiner Höchstform dargeboten wird.

Fazit 10 von 10: Volle Punktzahl! Havok haben mit Imago ein steinhartes Death Metal Opus abgeliefert, dass sich nicht nur durch musikalisches Können oder die druckvolle Produktion auszeichnet, sondern auch durch das Songwriting vollstens überzeugen kann. TOP!

Mehr zu Havok im Netz:

Havok bei Instagram:
https://www.instagram.com/havoksweden/?hl=de

Havok bei Bandcamp:
https://havok.bandcamp.com

Havok bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/havok/1441327759

Havok bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/0rnqMOOCw3eMPF3rgYmgMG

Havok bei Deezer anhören:
https://www.deezer.com/artist/79946362

 

 

Reviews