Aus Schweden meldet sich mit dem Duo HAVOK eine Formation zurück, welche uns zuletzt Anfang 2020 mit dem Opus Imago beglückte und überzeugt hat. Nun über zwei Jahre später, meldet sich diese Band um die beiden Masterminds Mahan Haddad und Johan Cronqvist zurück und präsentieren diesen Freitag, den 9. September 2022 ihr neues Langspiel Album Rorschach zurück. Ursprünglich im Jahr 2004 von Mastermind Mahan Haddad (Ahmadi) und Miguel Cabrera aus der Taufe gehoben und aus der Formation Ecliptica hervorgegangen, spielt diese Band eine gestandene Mischung aus ordentlichem progressive- und Death Metal und dies zeichnet sich in ihrem Gesamtwerk durch verdammt guten-, komplexen Death Metal aus, der sich nicht nur durch ihr Songwriting  auszeichnet, sondern auch durch fantastische Kompositionen und einen kompromisslos- druckvollen Sound auszeichnet. 

HAVOK welche seid dem Tag ihrer Gründung-, bis vor 2011, eine Mehrzahl an Demos, extended Playern und Alben veröffentlicht haben und obwohl sie sich nie offiziell aufgelöst haben, könnte man sagen, das HAVOK ihr Album Statues Of Sisyphus im Jahr 2013 während dieser Pause, quasi als Posthum veröffentlicht haben. Das Jahr 2016 markierte dann den Neustart von Havok, als Mahan Haddad und Johan Croqvist das Projekt gemeinsam als Duo wiedervereinigt haben. So kam es im Jahr 2020 zur Veröffentlichung des letzten Langspielers Imago, welcher nun mit dem neuen Werk Rorschach eine würdige Fortsetzung erhält. 

 

Was Havok mit ihrem Opus Rorschach veröffentlicht haben, ist eine geballte Ladung des handgemachten progressive Death Metal, welcher die Herzen der Liebhaber dieses Genres unter Garantie höher schlagen lässt. Laut Havok selbst ist Rorschach ein authentisches Langspielalbum, welches sich auf die Wurzeln von Havok besinnt und quasi dort weitermacht, wo die Band einst begonnen hat. Realisiert von Mahan Haddad (Gitarre, Bass, Keyboards), Johan Cronqvist (Drums, Percussion, Orchestrale Arrangements) in Zusammenarbeit mit dem Session-Sänger Eric Castiglia, wurde das Album von HAVOK und Frederik Erlingsson produziert. Einleitend mit dem Opener Rorschach, setzen Havok Akzente und überraschen zu Beginn mit dem Spiel eines Pianos und einer Akustikgitarre, was man zwar nur in den ersten Takten hört, man aber so nicht umbedingt von einer progressive Death Kapelle gewohnt ist. Doch nur wenige Wimpernschläge setzen die brettharten Riffs ein, wobei sich Mahan Haddad erneut am Bass und Gitarre als absoluter Könner erweist. Die orchestralen Elemente von Johan Cronqvist verfeinern das affengeile Arrangement der Songs, welche Havok auf Rorschach zu bieten haben und die sich fließend aufbauen. Zunächst mit absolut geiler Klangeffektierung bestechend, sind Havok in Höchstform und machen mit den progressiven Arrangements ein einmaliges Klangerlebnis, welches durch ihre Komplexität überzeugt und hierbei mit soundtechnischer Spitzfindigkeit überzeugt. So schalten die Arrangements der einzelnen Songs regelmäßig um und bieten eine Menge Überraschungen. Mal brachial und mal teilweise sogar melodisch sanft, schwenken die Songs um. So hört man Sänger Eric Catiglia nicht nur mit einem druckvollen Stil shouten, sondern auch durchaus mal klar und melodiös singen. Wenn man Rorschach von Havok das erste mal hört, wird man überrascht sein, was diese Band aus ihren Songs gemacht haben. Auch die orchestralen Elemente, die zum Einsatz kommen, setzen Akzente und überzeugen. 

Songs wie 10’33 Moments oder auch Polaris haben einige Überraschungen zu bieten und wechseln zwischen brachialem-, ungezügeltem Death Metal, zu strukturierten und griffigen Mid-Tempo Stampfern über, wobei auch die klargesungenen Refrains hierbei ein absoluter Hauptgewinn sind. Havok sind Meister darin, ihre Songs mit einem stets an den Tag gelegten Perfektionismus auszulegen. Im Verse oftmals mit der ultra-brutalen Bassdrum ausgestattet, sind es die Refrains, die zwar etwas sanfter von statten gehen, aber keineswegs langweilig daherdümpeln, sondern eher ein Bindeglied sind, ein Wechselbad der Gefühl sozusagen. So ist bei Polaris nach meisterhafter Metalkunst ein schönes und bittersüßes Klavierspiel, gestützt von Bass und Gitarre zu Hören, was den Zuhörer oftmals positiv überrascht. Permanent Endings Infinite Rooms eröffnet, mal abgesehen von der brachialen Double-Bass-Drum im gemäßigten Tempo und baut mit seiner gewohnt dunklen und melodischen Komposition eine melancholisch bittersüße Atmosphäre auf, bis Havok den Song dann sofort umschwenken lassen und mit ordentlichem Speed aus den Boxen schnellen lassen. Hier sind Headbangorgien garantiert. 

 Strukturiert geht es dann mit Nero’s Heart Of Darkness weiter, das neben einer soliden Rhythmusinstrumentalisierung direkt mal mit einem fantastischen Gitarrensolo begrüßt und hierbei erneut zeigt, welche geniale Komponisten und vor allem Musiker Havok sind, die ihr Handwerk wie im Schlaf verstehen. Aufgrund der flüssigen Arrangements, könnte man meinen, die Musiker werden eins mit ihren Instrumenten. Erneut inhaltlich hochwertig und musikalisch anspruchsvoll, ist auch dieser etwas langsamere Song mit einer Tango-mäßigen Rhythmuspartie in der Hook ein Garant für guten progressive Death Metal. Inhaltlich überzeugt die Band ebenso wie musikalisch und stimmlich und dies beweisen Havok auf dem ganzen Album Rorschach. Progressive Arrangements, die zum einen gemäßigter und zum anderen kompromisslos brachial aus den Boxen kommen, machen Songs wie Compound Eyes zu einem Erlebnis. Doch nicht nur das! Denn dieser empfängt den Hörer zunächst mit orientalischen Klängen, bevor es dann wieder an’s eingemachte geht. Powerchords bei denen Bass und Gitarre simultan von dem komplexen drumming angetrieben werden. Erneut kompromisslos und Rau geben sich Havok auf diesem Werk, welches sich durch melodische Elemente deutlich als Stimmungsmacher erweist. Nach knapp zwei Minuten, geben sich Havok hier mit klaren Gesangsmelodien und ruhigeren Passagen etwas sanfter, bevor sie zusammen mit schönen Synthesizerklängen und druckvollen Saiteninstrumenten wieder umschwenken. Hinsichtlich des Sounddesigns zeigen Havok eine Vielseitigkeit, welche der kompositorische,.- musikalische Meisterleistung mehr als gerecht wird. Mit einem ebenfalls für Diversität sprechenden Sound geht es dann mit dem gleichermaßen düsteren und mit Fingerfertigkeit komponierten und eingespielten Track Mercury Mirrors weiter, der sich durch ein ordentlich gestricktes Riffing auszeichnet und im Refrain mit Keyboards und klaren-, schönen Gesängen überzeugt. 

Fast schon mit einer folkischen Melange empfangen uns Havok zu der letzten Nummer Song Of Unreason, der zunächst eine akustische Ruhe ausstrahlt und hierbei eher im gemäßigten Tempo gehalten hast. Schöne cleane Gitarren vermählen sich mit Streichersphären und geben somit eine bittersüße Melange zum besten, die dann fließend übergreifend zum brachial-, monströsen Death Metal hochgezüchtet wird, der mit mächtig Double-Bass-Drums den Staub aus euren Boxen bläst. Hierbei trifft zum krönenden Abschluss nochmal ein Soundspektakel nach dem anderen auf die Trommelfelle des Konsumenten, bei dem man alles in allem sagen kann, das Havok mit ihrem neuen Album Rorschach ein tadelloses, rundes Werk des progressive Metal erschaffen haben, welches leichte experimentelle Einflüsse nicht scheut. Auch die Produktion des Albums ist fantastisch und so lassen Havok die Köpfe des prog. Death liebenden Metalheads ordentlich wackeln.

Fazit 10 von 10: Progressive Death Metal in seiner puren und besten Form! Freunde des Genres sollten hier unbedingt reinhören.

Mehr zu Havok im Netz:

Havok bei Instagram:
https://www.instagram.com/havoksweden/?hl=de

Havok bei Bandcamp:
https://havok.bandcamp.com

Havok bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/0rnqMOOCw3eMPF3rgYmgMG

 

 

 

 

 

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