Mit John Liedermann bekommen Freunde der Neuen Deutschen (Sch)Welle endlich mal neues Material seit den 1980er Jahren auf die Ohren. Denn sein musikalisches Ausrichtung seines kreativen Schaffen’s ist eine ganz klare akustische Hommage an die legendäre NDW. Hierbei sind seine lyrics aber tatsächlich ernsthafter und von inhaltlich wesentlich höherem Anspruch als es beispielsweise Songs wie Sternenhimmel oder Ich Geb Gas hergeben. Bereits mit seiner vorherigen Single Der Mann, bei dem John Liedermann unmissverständlich klarmachte, dass man wahre Helden eben auch im echten Leben findet, gibt es nun mit Frequenzwechsel den zweiten Appetizer aus seinem für Ende Mai angekündigtem Album Die Neue Deutsche Schwelle und zwar wie auch schon beim letzten mal in audiovisueller Form. 

Wer glaubt die Neue Deutsche Welle sei musikalisch Geschichte, der wird von John Liedermann eines besseren belehrt! Von seinen Eltern in seiner Teenagerzeit musikalisch gefördert und von ihnen die erste Gitarre geschenkt bekommen, sollten Erfahrungen in Bühnenaufführungen das musikalische Fundament für John Liedermann festigte, startet der Indie Rocker- bzw. Indie Popper nun voll durch und stellt sein lyrisches und musikalisches, sowie gesangliches Talent. Stimmlich erinnert John Liedermann an eine Fusion aus der Münchner Freiheit und Die Prinzen, aber dies ist in keinsterweise negativ gemeint! Die Klangfarbe seiner Stimme, passt perfekt auf den stilistischen Mix aus Neue Deutsche Welle und Indie Pop. 

Nach dem Intro von Frequenzwechsel, welches ein Radiointro beinhaltet, legt John Liedermann im uptempo Beat einer Roland TR-808 los und bringt ein Synthesizergeschwängertes Arrangement aus treibenden Synthesizerbässen und interessanten Leadsounds, die sich nicht nur durch ein entsprechendes Retroflair im Sounddesign auszeichnet, sondern auch noch affengeil komponiert und produziert wurde. Typischer 80er Synthesizerklänge, treffen auf einen zumindest im Ansatz modernisierten Sound und lassen dabei quasi zwei Welten aufeinander zu treffen. Inhaltlich geht es um ein Individuum, welches sich fühlt wie ein Roboter, eine Maschine, die einfach in einem System gefangen ist, bis ein anderer Mensch kommt und ihm beibringt, was es zu heißt zu Leben und zu fühlen. Andernfalls könnte man es aber auch so interpretieren, dass es um einen Roboter – bzw. Androiden handelt, der entdeckt, was es heißt zu fühlen und Gefühle lernt. Wie von John Liedermann gewohnt, handelt es sich auch bei Frequenzwechsel um einen Song, der durch seinen Refrain erst richtig zum Ohrwurm mutiert und das lyrische und songwriterische Talent des John Liedermann erneut unter Beweis stellt. Einziger Wermutstropfen: Auch wenn die Musik perfekt komponiert ist, legt die Stimme in der Produktion zu schwergewichtig und verdeckt leider manche Elemente im Mix etwas. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass John Liedermann seinem Nachnamen wieder alle Ehre macht und ein songwriterisch gutes Opus abliefert. 

Fazit 9 von 10: John Liedermann auf der Neuen Deutschen Schwelle lässt er sie aufleben: Die Neue Deutsche Welle! Freunde der deutschsprachigen Popmusik, sollten hier unbedingt einmal reinhören! 

Mehr zu John Liedermann im Netz:

John Liedermann – Die offizielle Webseite:
https://www.johnliedermann.de/

John Liedermann bei Facebook:
https://www.facebook.com/johnliedermann.offiziell

John Liedermann bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/1ej0RRiYYjnJRGYZ5fXc7A

 

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