Eine düstere und höchst experimentelle Reise durch die Klangwelten des Industrial, bietet der irische Künstler und Produzent Limnetic Villains auf seinem neuen, fünften Release Multiple Divisions. Hierbei erschafft der Instrumentale Musiker eine interessante und spannende Klangwelt aus Industrial, Dark Wave und Dark Dance und erschafft ein klangliches Konzept, welches einem einlädt in neue Welten abzutauchen. Was 2017 mit der Veröffentlichung des Debüt Extended Players An Electronic Sinking begonnen hat, wird nun sechs Releases später konstant fortgeführt. Sein letztes Album Brain Junk wurde im vergangenen Sommer veröffentlicht. Doch nach Junk klingt das, was der Kreativkopf Limnetic Villains da abgeliefert hat nicht, eher nach kompositorisch fundiertem Können und soundtechnischer Experimentierfreude, bei der ein großes Maß an Diversität an den Tag gelegt wurde, welche sich durch die einzelnen, auf Multiple Divisions befindlichen Tracks zieht. So ist schlussendlich auch Multiple Divisions, als Name des Gesamtwerkes mehr als treffend, denn wie Verschiedene Abteilungen, kommt einem die absolute Individualität eines jeden einzelnen Songs vor. Multiple Divisions ist ein Konzeptalbum, bei welchem man besser die Finger von der Skip Forward Taste weglassen sollte, sondern von Titel Eins bis zwölf durchlaufen lassen sollte. Sich komplett dem Mainstream verweigernd, bietet Limnetic Villains seine vollständige Diskografie übrigens ausschließlich über Bandcamp an und das zu einem Preis von 10 Euro und 31 Cent!

Mit einem mächtig mit Pitch-Shifting versetzten Sägezahn Synthbass, leitet Limnetic Villains den Opener Papadopoulos ein, welcher mit typischen Industrial Drums aufwertet und sich durch ein experimentelles und düsteres Dark Electro Klangkleid auszeichnet. Erst langsam einleitend, bildet dieser Opener eine Art progressiven Flair, da die einzelnen Elemente des Tracks, bei welchem Limnetic Villains seine Fähigkeiten als Sounddesigner und Komponist in den Fokus rückt, irgendwie aufeinander aufbauen und sich in einem bestimmten Muster wiederholen. Für die breite Masse ist Limnetic Villains nicht geeignet, für liebhaber der instrumentalen, düsteren und mystischen Klänge aber auf alle Fälle. Die Drumbeats wurden entweder mit einem Crusher oder einem Distortion Effekt garniert. Magisch und mystisch kommt der Sound daher, wobei sich der musikalische Meister als Experimentator erweißt, der auf seinem neuen Opus Multiple Divisions eher anfühlt wie ein genialer, aber verrückter Professor, der mit den verschiedensten Sounds experimentiert. Das Experiment wird bei dem Dark Electro meets Industrial Spektakel hoch geschrieben, denn so ist Glass Boy eine kurze Verspieltheit, die mit unter einer Minute eher wie ein Bindeglied zum nächsten Titel wirkt und ebenfalls eine vielversprechende Räumlichkeit zum besten gibt. Mit Sorgfalt gelingt es Limnetic Villains aus seiner Musik, ein akustisches Abenteuer der mystisch bis düsteren Art zu zaubern. Diesen angesprochenen Ideenreichtum lässt der Künstler konstant weiterlaufen, so ist Hattifattener’s Intro einer anfahrenden Dampflock nachempfunden und besticht durch einen Roland TR909 Drumsound, welcher mit etwas zügigerer Geschwindigkeit im klassischen Bassdrum – Snare und Hit Hat Schema aus den Boxen kommt. Erneut baut Limnetic Villains einen Song der sich in einem düsteren Klangspektrum hält und bei dessen Arrangement die einzelnen Elemente quasi fließend und nicht anstrengend ineinander übergehen.

Im Anschluss geht es mit der pulsierenden Nummer Alienism fast nahtlos weiter, wobei klänge der elektronischen Dancemusik mit Industrial Sounds und mystischen Keyboardparts, sowie verzerrten, an Gitarren erinnernde Synthesizerleads den mit einer Fülle an Variationen vertretenen Komplettmix des Songs höchst spannend machen, da man nie so richtig vorhersehen kann, was der Bösewicht nun für den nächsten Teil des Songs, oder Breaks an Überraschungen parat hat. Die Soundverspieltheit und die Kreativität ist hier vollkommen vorhanden und zeigt auch keine Ermüdungen, oder Uninspiriertheit. Inspiriert ist auch der nächste Titel Invisible Mask, der gleich seiner düsteren Rhythmnsynthesizer etwas seichter aus den Boxen komt und klingt wie eine Bedrohung, bei der Limnetic Villains erneut nach dem Schema, Aufbau und Variation geht und somit ein schön finsteres soundkonzept präsentiert, bei welchem druckvolle Synthesizerbässe, tranceartige Synthesizer in einer düsteren Tonlage dominieren. Percussive Elemente machen den Mix variabel und so könnte man sich diesen Song wunderbar als Soundtrack für eine dystopische Science Fiction Welt vorstellen. Mit großer Kreativität, lässt Mastermind Limnetic Villains seine Titel zu einem akustischen Erlebnis werden, das keinerlei Langeweile aufkommen lässt, sondern wie der Soundtrack eines Sci-Fi Streifens klingt. Als Käme die Mukke aus der Zukunft!

Die große Kreativität und kompositorische Feinheit, welche Limnetic Villains an den Tag legt, wiederholt sich auch bei dem düsteren und tanzbaren Spektakel Little Insurrection, bei welcher er mit melodischer Eingängigkeit ein tanzbares midtempo nümmerchen aus dem Hut zieht. Nach dem sphärischen kurzen Break namens Argumented Eye werden mit zügiger Geschwindigkeit die Indie Rave Posers gekonnt auf’s Korn genommen. Bis es dann mit Titel Nummer 9 Subunit wieder von der gemäßigten und ambientlastigen Seite weitergeht. Mächtig groove und Vielschichtigkeit gibt es dann mit Fukuzawa Yukichi auf die Ohren, bis nach dem kurzen Interwall von A Psychic Caught In The Rain, dann zum grande Finale Correlate This ein Dance beeinflusster Track gibt, der die Synthesizer-Romantic abermals in den Fokus rückt und dabei ein bisschen an Front 242 erinnert. Acid Synth Sounds, tanzbare Dance Grooves und interessante Sounddesigns inklusive!

Fazit 8 von 10: Höchst experimenteller düsterer und tanzbarer Electronic zwischen Industrial und Dark Electro. Limnetic Villains hat mit Multiple Divisions ein durchaus interessantes Soundspektakel erschaffen.

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Limnetic Villains bei Bandcamp:

 

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