Elektronische Musik bietet den Künstlern einen gewissen Bereich, in dem sie sich quasi uneingeschränkt verwirklichen können. Die Möglichkeiten dieser Kunst Ausdruck zu verleihen, sind aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten an verschiedenen Sounds, Filtern, Synthesizern quasi keine Grenzen gesetzt. Man bezeichnet diese Musiker daher auch gerne als Musikdesigner – bzw. Sounddesigner. Mit seinem Debütalbum Bright Life präsentiert der deutsche Künstler Mommori sein Debüt, welches sich zwischen progressive House und klassischer Elektronik bewegt und dabei so einige Überraschungen zu bieten hat. viele bezeichnen die Kunst der elektronischen Musik, oftmals aus „Krempel“ aus der Konserve. Leider ist dies den vorherschenden Trends aus DJaying zu verschulden, doch gerade elektronische Musik kann durchaus handgemacht sein und dieses Handwerk erfordert oft einen fundierten Background. Dies ist der Fall bei Mommori, der in Deutschland lebende Künstler hat in seiner Laufbahn neben dem Spiel einiger Blasinstrumente, auch das Spiel des Keyboards und der Gitarre erlernt und spielt jetzt im Kontrast mit seinem Debütalbum ein elektronisches Album der Extraklasse auf. 

Mit ansprechenden Sounddesigns und tanzbaren Beats, die sowohl auf der Party zum Abtanzen, als auch im privaten Bereich für sich alleine sehr gut Funktionieren, entführt Mommori den Hörer in sein magissches Reich der Klangexperimente. Man kommt nicht rumherum, diesem Künstler für seine ansprechende Tüftelei Tribut zu zollen. Mit progressiven Arrangements und den Titeln entsprechenden Sounddesigns, macht Mommori mächtig Stimmung und zieht den Electrohead in seinen Bann. So Klingt der Opener Dark genau nach dem, was man vermuten könnte. Der Opener wird von minimalistischen und gemäßigtem Drumsound in zügiger Geschwindigkeit angetrieben, wobei ein druckvoller Bass mit einem leichten percusiven Element eine zentrale Rolle spielt. Hier merkt man den Einfluss des progressive House überdeutlich und die düstere Melange macht zu Beginn eine hervorragende Figur. Hat sich beim Opener vieles auf minimalistischer Art wiederholt, wobei ein düsteres Flair den Hörraum einhüllte, erweißte sich Mommori hier bereits als musikalischer Wissenschaftler, der eingängige Melodien mit einem interessanten Sounddesign zum Leben erweckt. Dieser Eindruck zieht sich über das gesamte Album Bright Life, dessen Name im rein metaphorischen Sinne quasi Programm ist. Flocity ist die zweite Nummer, welche in ihrer Grundessenz aus einer warmen und mystischen Synthesizerfläche besteht um diese Herum ein fließend in sich übergehendes Arrangement aus verschiedenen Sounds und Klängen aufgebaut wird. Leichte Ethno Elemente schmecken den Sound der Drummachine ab, während Flocity dann mit hohen und fröhlichen Klangfarben eine leicht beflügelnde Wirkung hat und auf progressive Marnier ineinander übergeht, wirkt Theia ähnlich wie der Opener leicht düster. Ein Glockenspiel eröffnet den Song, welches sich – für Mommori üblich – den Kern seiner musikalischen Darbietung darstellt. Auch hier legt Mommori wieder produzierte Kunst hin, die nicht nur Divers ist, sondern sich durch einen Facettenreichtum an verschiedenen Ideen auszeichnet. Der Begriff Sounddesigner ist daher nicht all zu weit hergeholt. Waren die Drums vorher noch etwas minimalistisch gehalten, knallt dieser Track in seiner Basslastigkeit ordentlich aus der Anlage und verkörpert einen erneuten progressiven House Track, welcher die Tanzflächen der Clubs durchaus füllen könnte.

Das magisch mystische Road hat einen leichten Minimal-Techno Flair, der mit voluminösen, aber alles andere als aufdringlichen Bässen, einen warmen und angenehmen Grundriss darstellt. Mommori erschafft mit Flocity ein Album, dass zwar im progressiven Jargon seine einzelnen Songs im Loop hält, damit jedoch ein stimmiges Gesamtkonzept abliefert, bei welchem die Songs passend benannt wurden. Tatsächlich ergibt sich vor dem geistigen Auge von Road beispielsweise  Die Fahrt über eine Straße bei Nacht, oder bei dem ebenfalls sehr magisch mystischen Sound von Flight der Trip in einem Jet. Es ist eher so, als würde Mommori dem Hörer Schlagwörter und quasi Denkanstöße geben, die er dann in seiner Fantasie selbst zu einer Geschichte baut. Die Intressanten Sounddesigns bieten hierbei einen entscheidenden Faktor. Diesen Aspekt wiederholt er auch auf dem spannend geheimnissvollen Track Mounge, der mit einem fröhlich wirkenden Sound überzeugt und dabei von leichten Gitarrenklängen geziert ist, oder auch Space, welches so friedlich und ruhig klingt wie der Blick ins Weltall oft oberflächlich wirkt. Generell sind die einzelnen Tracks von Mommori konzeptuell auf dem Album Bright Life zusammenhängend und passen auch exakt zu ihrer Bezeichnung.

Fazit 7 von 10: Etwas Luft nach Oben ist bei Mommori durchaus noch gegeben, aber in der Grundessenz erschafft er gut hörbare und genießbare elektronische Musik zwischen Minimal Techno und House. Freunde des Genres, sollten mal reinhören.

Mehr zu Mommori im Netz:

Mommori bei Instagram:
https://www.instagram.com/mommori.music/

Mommori bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/mommori/1533015792

Mommori bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/4Mlsr0tiDjCOKY95Cge9db?si=db7MIsrKShu5EMtUydyUaQ

Mommori bei Deezer anhören:
https://www.deezer.com/artist/108007502

 

 

 

Experimental Music