Spekulation und Neugierde machen sich bei dem Lesen des Titels für das neue Rebellion Cannon Album Electronic Death Machine breit. Erst im November letzten Jahres, hat der ebenfalls unter dem Namen Captain Esoteric bekannte Rebellion Cannon mit seinem akustischen Industrial- bzw. Lo-Fi Trip Bad Thoughts weitgehenst überzeugt. Jetzt präsentiert der englische Captain Esoteric aka. Rebellion Cannon sein neustes Langspielalbum und tritt gemeinsam mit seinem Publikum eine erneute Odyssee der Klangkunst an. Wie gewohnt experimentell und stets Elemente des düsteren Industrial bzw. Lo-Fi in seinem Sound einbettend, liefert Rebellion Cannon auch einen interessanten Stilmix aus Electronica, Minimal Techno und natürlich Rave. Hierbei hat der Künstler sein Equipment fast gänzlich umgestellt und präsentiert nur ein dreiviertel Jahr nach seiner letzten Indieveröffentlichung, dieses Sammosorium an 11 interessanten Composings und Sounddesigns.

Direkt mit starken Sägezahn-Bässen und ordentlich krachenden Drums leitet der Künstler Vanquisher ein, ein flottes und tanzbares Instrumental, welches einen düsteren und aggresiven Sound in seiner musikalischen Grundessenz ausstrahlt. Hierbei erinnert Rebellion Cannon ein wenig an EBM und zumindest vom Drumsound her ein wenig an die Legende :Wumpscut: Besteht der Song essenziell aus einem durchgängigen Riff, baut Rebellion Cannon aber genug Variation und midparts ein, welche den Track stets interessant halten. Erst düster und sich langsam aufbauend kommt dann Conflagration aus den Boxen, aber die Ruhe vor dem „Sturm“ täuscht, denn zügig macht Rebellion Cannon bei diesem Hardcore Track da weiter, wo er mit dem Opener aufgehört hat. Aggressive Synthesizerbässe, blitzschnelle Drums (So um die 200 Beats per Minute!) und ein düsteres, tanzbares und interessantes Sounddesign sind hierbei die Grundelemente des Titels. Dieser schweißtreibende Mix aus Industrial und Digital Hardcore, kommt irgendwie geil rüber und überzeugt nicht nur mit einem aggressiven Drumsound oder Synthesizerbass, sondern auch durch die dämonisch klingenden Synths, welche hier und da im Arrangement aufblitzen. Ja man muss durchaus zugeben, dass Rebellion Cannon hier stets zum Wiederholungstäter wird, dies ändert jedoch nichts an seiner dargebotenen Kreativität, die auch mit Tracks wie dem klassischen Mix aus Electro und Drum ‚N‘ Bass angelehnten Royal Rondo, der mit einer groovigen Bassline besticht und transcelastige Synthesizer im Lead zum erstrahlen bringt. Die Drums sind hierbei fett aufgeblasen und bringen die Membran der Lautsprecher zum beben. Pandemonium ist hierbei wieder im Lo-Fi / Industrial Sound gehalten und kommt ziemlich psychotisch rüber, hektisch und flüssig zugleich, Während die Symbiose aus Dark Electro und Industrial mit dem nächsten Titel Electrolysis zelebriert wird. Einem  Track im Geschwindigkeitsrausch, der soundtechnisch ebenso fantastisch ist, wie kompositorisch mit seinem Arp aus Ups and Downs wirkt wie ein rhytmisch tanzbarer Psychotrip.

Mit Drumbeats aus einer TR-909 überrascht dann Amalganation. Klassische Technobeats werden hierbei mit verzerrten Synthesizerbässen kombiniert, die leider den Druck von den Drumbeats etwas wegnehmen, jedoch durchweg gradlinig aus den Boxen kommen und mit Breakbeateinlagen angetrieben werden. Hierbei bietet Rebellion Canon, der für flüssige und looping-Aktion in seinen Arrangements steht, durchaus Variation und liefert Kost ab, die perfekt als Soundtrack für einen Egoshooter herhalten könnte. Die Musik von Rebellion Cannon eignet sich aber nicht nur als Soundtrack für eine Lanparty, sondern kommt auch zum Tanzen ganz geil. Ethno-Elemente sind im aggressiven Sound von Swordmaster dargeboten, der positive Unruhe mit Saw-Bässen und trancigen Keyboards vermengt. Mit einem Ensemble aus klassischen Instrumenten, wie dem Piano und Cellosounds eröffnet The Chains That Bind Us überraschend orchestral und steht vollkommen im Kontrast zu den anderen Songs. Rebellion Cannon zeigt hierbei sein durchaus vorhandenes Können als Komponist und liefert zur Abwechslung mal verhältnismäßig seichtere Kost ab, die für einen Überraschungsmoment sorgt, während der Lo-Fi Techno Mix von Kaleidoscope dann wieder zur alten Manier zurückfindet und erneut einen gestandenen Mix aus Industrial und Hardcore bietet, der aber auch hier und da zu den fantastischen Trance Synths auch Pianoriffings erlaubt und erneut ordentlich Wind macht. Düster kommt dann Non Compis Mentis aus den Boxen, der mit einem geilen Leadriff das durch sein Sounddesign eine mächtige Darkness verströhmt und mit dem gewohnt druckvollen Bass aufwertet. Hierbei wird das ganze erstmal im mittleren Tempo und im 4/4 Takt eingeleitet. Industrial Drumbeats inklusive. Zum Abschluss gibt es dann mit Vanquisher (Reprise) eine leichte Variation des Openers gibt.

Fazit 8 von 10: Nicht für jedermann aber definitiv für Freunde der anspruchsvollen elektronischen Musik ist der underground Künstler Rebellion Cannon mit seinem neuen Album Electronic Death Machine definitiv geeignet! Anhören und auf euch wirken lassen!

Rebellion Cannon aka. Capatain Esoteric im Netz:

Rebellion Cannon bei Bandcamp:
https://rebellioncannon.bandcamp.com/

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