EXORCISM werden in der Öffentlichkeit als Super-Group, bestehend aus Metal-Veteranen, abgestempelt. Zwar liegt die Veröffentlichung ihres blasphemisch betitelten Albums “I Am God” doch schon eine Weile zurück, jedoch sind die Heavy-Doom-Metaller um Frontmann Csaba Zvekan (Ex-Killing Machine), welcher mit Gitarrist Joe „Shredlord“ Stump und Bassist Lucio Manca, welche er beide noch aus seiner Zeit bei Raven Lord kennt, die geeigneten Weggefährten fand. An der Schießbude engagierten Exorcism den Joe Lynn Turner-Drummer Jeff Beck und mit dieser Besetzung wurde das Debütalbum “I Am God”eingespielt und über Golden Core Records veröffentlicht.

Alleine das Cover ist ja schon einmal ein echter Hingucker. Doch hier wird nicht die Verpackung behandelt, sondern vielmehr das, was sich dahinter verbirgt: die Musik. Auch das geilste Titelbild nützt nichts, wenn aussen Top-Hits drauf steht und innen drin kein Geschmack vorhanden ist. Dass Exorcism auf “I Am God” aber Top-Hits abliefern, dass lässt schon der Einstiegs-Song “End Of Days” erahnen. Wahnsinns-Gitarrenarbeit vereint mit einem makellosen und treibenden Bass-Spiel, kombiniert und angetrieben von simplen, aber antreibenden Drums. Der Song kommt auch durch das grandiose Bass-Spiel zur Geltung und glänzt durch leichte, düster-mystische Keyboards. Das Beste zum Schluss: Sänger Casaba Zvekan, ist DER Mann für geilen Gesang und lediglich die Gitarrensolos setzen dem Ganzen noch die Krone auf. Schwermütig geht es mit dem zweiten und zugleich dem Titelstück “I Am God” weiter. Freunde von schnellen Nummern scheinen Exorcism jedoch nicht zu sein, denn auch hier wird in Sachen Tempo halbe Kraft gefahren. Beim Hören des kraftvollen Gesangs muss ich fast gähnen, – was sich jedoch auf den Text bezieht. “I am god, I am your master” heißt es zu Beginn. Liebe Herren von Exorcism, solche Songs gibt es im Metalbereich schon zur Genüge, ihr habt hier wirklich nichts Neues gemacht. Aber auch die ausgelutschte, klischee-behaftete Thematisierung des Songs täuscht nicht darüber hinweg, dass der Song über musikalische Genialität verfügt, was für die Hammer Lead-Gitarren & Solos ebenfalls gilt. Sehr Geiles gibt es mit dem Song “Voodoo Jesus”. Den hatten wir vor ein paar Wochen bereits vorgestellt und unsere Meinung hat sich bisher nicht geändert. Im Gegenteil! Die Nummer leuchtet hell am Rock-Firmament und zieht man den Vergleich mit den vorherigen Songs, ist “Voodoo Jesus” die stärkste Nummer. Hier herrscht Suchtgefahr. Nehmen wir mal an, “Last Rock’n’Roll” wäre im Bezug auf diesen Song wörtlich zu nehmen, so wäre er wirklich ein würdiger, letzter Rocksong. Gitarren wie Orkane, Drums mit viel Groove, Bässe wie Erdbeben und ein Sänger, der mit seiner Rockröhre die Songs und auch speziell diesen perfekt umsetzen. Mit “Master Of Evil” lassen Exorcism den Meister des Bösen auf ausdrucksstarker Art und Weise tanzen. Und dieser Tanz wird durch soliden Metal verursacht, der sich breitbeinig seinen Weg in den Gehörraum bahnt. Okay, ein wenig komisch ist dieses Gitarrengezirpe, was wohl ein Solo der Gitarre darstellen soll, ab einer Minute und 20 Sekunden schon. Damit ist nach 18 Sekunden jedoch wieder Schluss und der Song verfällt in seine aggressive, gebündelte Metal-Energie zurück. Mal ernsthaft: Exorcism haben mit “Master Of Evil” eine Nummer erschaffen, die hängen bleibt. Kurz darauf thematisieren Exorcism sich selbst. Der nach der Band benannte Titel verzichtet im Verse zunächst komplett auf Gitarren und drückt sich nur durch Bass- und Keyboardspiel aus. Stark geht es jedoch wieder ab dem Refrain zur Sache. Top! “Higher” macht Wind um viel. Hier geht es auch mal etwas zügiger zu. Die Nummer verführt den Hörer zum headbangen und ist alles andere als Pausenfutter. Hier wurde wieder eine Hymne abgeliefert, die keine Wünsche offen lässt. Und ebenso beweisen Exorcism mit “Fade The Day”, dass sie hier ganze Arbeit geleistet haben. Die Musik wird hohen Ansprüchen gerecht und das Konzept des Songs lässt jede Gelegenheit zum Mosern verstreichen. Die Musiker sind hier schon wieder profimäßig unterwegs und man spürt richtig, mit welcher Leidenschaft und Energie diese Formation ans Werk geht. Und dass “Zero G” ein letztes mal eine richtig geile Nummer ist, das steht ebenfalls außer Frage. Exorcism entpuppten sich als Heavy Metal-Heros, die sich zwar durchaus am Doom orientieren, aber doch traditionell ist. Der Text ist ebenso super, wie die musikalische Umsetzung und so wird eine alles in allem durchaus gelungene Scheibe abgeliefert.

Fazit 9 von 10 – Top! Exorcism sind eindeutig die Gewinner im Doom-beeinflussten Metalbereich. Geile Gitarrensolos und ein Hammer-Sänger treffen auf eine einwandfrei funktionierende Truppe, die mit Zugkraft ein super Konzept bei diesem top produzierten Album ablieferten. Wer hier jedoch schnelle Nummern vermutet (was es im Doom sowieso nicht gibt), der wird bitterböse enttäuscht. Allen anderen sei gesagt, Holt sie euch, sonst verpasst ihr was!

Review von Philipp – philipp@she-wolf.eu

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