Midnight Bullet präsentieren modernen, frischen Metal mit melodischem Flair. Eine Truppe, die ihr Gesamtrezept perfekt verkocht und ihrer Musik die nötige Portion Würze verleiht. So würde ich das musikalische Schaffen von Tuomas Lahti (Voclas, Guitars), Mikko Nokelainen (Drums), Lauri Ikonen (Lead Guitars) und Timo Nokelainen (Bass) beschreiben. Die Band vereint Melodic Metal mit fast schon traditionellem Metal und Core-Elementen und das ist eine Mischung, die hammermässig schmeckt!

Ihr Gesicht verlieren Midnight Bullet mit diesem Album sicher nicht, denn dafür sind sie einfach zu stark. Schon die Begrüssungsnummer “Memories Are Gone” zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Nicht nur, dass die Band freilich sehr gute Gitarren,- Bass- und Drum-Spieltechniken beherrscht, die Umsetzung und das Arrangement des Songs sind wirklich der Hammer, irgendwie vielschichtig und macht mächtig Dampf, denn hier haben wir es mit einer blitzschnellen Nummer zu tun. Beschränkt sich der Verse noch eher auf eine, sagen wir technische, aber starke Spielweise, schwenkt die Stimmung um und mit dem Refrain werden euch hymnische, melodiöse Klänge geboten. Der Stimmungswechsel trifft dabei auch auf den Sänger zu, der im Verse aggressiv grawlt und im Refrain hymnisch hell singt. Der Stil und Sound der Band klingt wie eine Mischung aus Hardcore-Punk, Metal und Core, wobei letztgenannte Genres dominieren. Hier gibt es alleine schon einmal 10 Punkte. Keyboardtöne in Begleitung mit dunklen Gitarren und Bässen zieren das zweite Stück “Outcast And Alone” und die sichtliche, d.h. hörbar gewünschte Wirkung eines packenden Rockers, geht voll und ganz auf. Die leichten Keyboards geben eine dunkle Stimmung, die von Gitarre und Bass noch richtig betont wird. Der raue Gesang im Verse wird im Refrain wieder hell, wechselt sich also von Verse zu Refrain und zurück mit klarem, hellen Gesang ab. Wie eine Knarre lassen Midnight Bullet wieder ein echt starkes Stück modernen, frischen Metals auf euch los, der euch sicher gefallen wird. Bleibt noch anzufügen, dass wie bisher die Wahl der Riffs von absolutem Talent und Leidenschaft zeugen und die Band ihre Songs mit selbiger Leidenschaft zu füllen scheint. Damit sei gemeint, dass nichts auf die Schnelle hingeklatscht klingt, sondern man sich wirklich bis ins kleinste Detail Gedanken um die Strukturierung und Aufmachung der jeweiligen Songs gemacht hat. “Down The Line” gefällt mit verträumt, dunkel wirkender, cleanen Gitarre, wobei clean hierbei das falsche Wort ist, denn das düstere Spiel wurde mit Choruseffekten unterlegt. “Clean” bezieht sich hierbei lediglich auf den zunächst weggelassenen Verzerrer. Der Schein trügt, denn dies ist nur eine ganz kleine Einleitung, zumindest im Alleingang mit dem tiefen Bass, denn nach wenigen Sekunden, rockt die Band wieder drauf los und zaubert bei diesem Mid-Tempo-Track mal wieder ein Ass nach dem anderen aus dem Ärmel. Natürlich ist das Rhythmusriff der Gitarre nicht das komplexeste, doch oft ist weniger mehr. Keyboards begleiten die raue Verse-Stimme des Sängers, bevor Midnight Bullet erneut einen Ohrwurm aus dem Ärmel schütteln. Ich muss schon sagen, die mystisch-magisch, düstere Stimmung, welche von dieser Band ausgeht und bei diesem Titel ganz besonders verdeutlicht wird, hat was. Die lässigen Gitarrensoli geben noch den Feinschliff. Die Leistungen des Bassisten, Drummers und nicht zuletzt die des Sängers sind ebenfalls nicht ausser acht zu lassen und wenn man es analytisch mag, so spielt die Band so gut, dass es wohl Monate gedauert haben muss, diese Songs zu erschaffen. Es sitzt alles perfekt. Nichts wird (bisher) langweilig, im Gegenteil: Mignight Bullet treffen voll ins Schwarze und (zumindest geht es mir so) kommt oft die Frage auf: – wie? wars das schon? – wenn ein Song zu Ende ist. Das stürmische “Six Feet Under” schaufelt jedem voreingenommenen Kritiker eiskalt sein Grab. Double-Bass-Drums treiben die Gitarren, den Bass und den Frontmann zur Höchstleistung an. Bei diesem Mosher ist bangen angesagt. Midnight Bullet beweisen, dass sie es ebenso mit schnellen, als auch mit langsamen Tempo einfach nur so drauf haben… Absolut headbangtauglich dieser Track! Mit Rock’n’Roll-iger Attitüde empfängt uns das  einheizende “My Face Burn” und ich komme langsam nicht mehr aus dem Bangen raus. Verdammt, Jungs! – eure Riffs sind der Hammer und auch wenn sie hier doch eher von der etwas einfacheren Sorte sind, so ist die Weise wie ihr die Songs umsetzt, einfach stark. “Last Man Standing” setzt wieder auf Double-Bass-Speed Metal, der ein wenig an Thrash erinnert und energisch rau und bitter-süß zugleich seine Kraft entfaltet. Bangen! “Save Me” baut sich erst aus einem schönen, bluesigen Gitarrensolo (unterstrichen von Akustikgitarren) auf. Nach knapp 20 Sekunden wird der Rocker im mittlerem Tempo vorgeführt und – ja auch wenn der Refrain mal wieder ein Fall für den Stempel ,,sehr gut gemacht” ist, – kann lediglich nur das Lead-Gitarrensolo noch punkten. Denn hier ist einfach nur ein simples, böses Riff von Bass und Gitarre durch simples Drumming vertreten, dass angesichts der vorherigen Songs nicht mehr ganz so fesseln kann. Mit “Lose My Face” kommen aber wieder bessere Töne aus den Boxen und Midnight Bullet finden zur alten Stärke zurück. Die Einleitung der Nummer mag vielleicht nicht jedermanns Fall sein, doch der Versepart setzt sich aus den besten Heavy-Gitarren, flanger-igen Lead-Gitarren, brummenden Bässen und packenden Drums zusammen. Der Refrain ist wieder eine Hymne und verführt zum mitjaulen. Während ich mit dem Bein wippe, kann ich nur bereits Gelobtes wiederholen. Im Refrain singt die Band: “I don’t want to lose my face” (deutsch: ich möchte mein Gesicht nicht verlieren) – tut ihr auch nicht, Jungs, – im Gegenteil. Toll gemacht! “Sculpture Of Broken Eternity” präsentiert Midnight Bullet nochmals im schnellen Songwerk. Wie immer wechseln sich raue Versegesänge mit hymnischen Chorgesängen im Refrain ab. Natürlich machen auch Gitarre und Bass im “Gallop-Spiel” eine stabile Figur und das Gitarrensolo fetzt genauso wie zu anfangs. Das zunächst akustische “Hope” präsentiert den Sänger mal auf einer wirklich schönen Weise, er singt weder extrem hoch, noch rau. Der Gesang ist wunderschön und zeigt, was für ein Sangeswunder Tuomas Lahti eigentlich ist. Auch mit dem zuspielen der E-Gitarre und der Drums bleibt der Song vergleichsweise ruhig und präsentiert sich als Rock-Hymne, die Midnight Bulletzum Abschluss nochmal als absolute Gewinner dastehen lässt.

Fazit: 9,5 von 10 Punkten! Midnight Bullet ist eigentlich für jeden was. Irgendwie habe ich das Gefühl, hier könnten sich traditionelle Heavy-Metal-Fans, Motörhead- und Core-Fans brüderlich zusammenfinden. Vieles, was mir mit diesen Elementen zugespielt wurde, klang ähnlich und beinhaltete irgendwie nur eins dieser Elemente, diese Scheibe jedoch kombiniert das alles. “Lose My Face” erscheint 2015. Leider müsst ihr euch also noch ein wenig gedulden. Für mich ist es jedenfalls jetzt schon eines DER Alben des nächsten Jahres!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

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