Es gibt wohl selten eine Band, die derart Produktiv ist und derart Häufig mit neuen Album Veröffentlichungen die Musikszene überrascht, wie die polnischen Alternative- und Indie Rocker der Snakedoctors. Im Dezember 2020 mit ihrem Debütalbum Obligation den ersten Longplayer veröffentlicht, sind die Snakedoctors vor allem für ihre Live-Auftritte bekannt, bei denen sie ihr Publikum stets bei Laune halten. Doch bei Laune halten sie ihr Publikum auch hinsichtlich der Veröffentlichungen und so präsentierten die Snakedoctors bereits im Mai 2021 ihr zweites Album Joy Free Bowl, welches entgegen seines Namens durchaus Spaß beim Hören aufkommen lässt. Doch darauf ruhen sich die Snakedoctors unter keinen Umständen aus und nichtmal ein halbes Jahr später folgte nun am 22. Oktober diesen Jahres  mit Mellow Joy das dritte Album dieser dynamischen Formation.

Was die Herren Wojciech Wypch (Gesang, Gitarre), Jaroslaw Szybowski (Bass), Jacek Karnat (Gesang und Keyboard) und die Groove-Machine Robert Porazka (Drums) nun veröffentlicht haben, vereint besten Alternative Rock mit Elementen des Grunge und zumindest auf den Opener gemünzt Dark Rock. Wenn man bereits den Opener Close That Door hört, so fühlt man sich irgendwie direkt an Acts wie The Damned oder auch die Flesh Eaters denken mit einer Prise Exit To Eden im Sound. Denn ein leichter Gothic Flair ist bei diesem Song auszumachen. Alleine schon durch den Sound der Snare, die von einem souveränen Drummer angeschlagen wird, der zusammen mit dem Bassisten die perfekte Grundlage für das Arrangement bietet. Im Verse eher simpel gehalten, sind Keyboardparts und eine tieftonige Gitarre das musikalische Grundrezept. Im mittleren Tempo gehalten, kommt Close That Door aus den Lautsprechern und hierbei ist der Gesang von Frontmann Wojciech Wypch hier sehr düster und passt perfekt zu dem düsteren Sound. Man könnte fast meinen, man habe es hier mit einer Dark Rock band zu tun, die zusammen mit eingängigen Melodien und einem fähigen Sänger ein für den Herbst angemessen düsteres Album präsentieren.

Tinder Girl zeigt sich da dann doch eher von etwas helleren Klangfarben, ohne dabei aber die düstere Grundessenz ganz aus dem Fokus zurücken. Erneut sehr durch sein flüssiges und eingängiges Composing geprägt und dabei eine Geschichte über eine Person erzählend, welche wohl die Lebensfreude in Person ist. Eine Einstellung, welche die Menschen sich mal zu Herzen nehmen-, beziehungsweise ein Beispiel nehmen sollten. Die Riffstruktur von Tinder Girl ist von Eingängigkeit geprägt, wobei sie hierbei im Kanon mit dem Gesang liegt. Ebenfalls im mittleren Tempo gehalten mit einem leichten Grunge-Charakter gehalten ist dann Bubba Does, einem Song, der mit seinem Sound etwas variiert und hierbei einen dreckigen und punkigen Sound präsentiert. Souverän präsentieren die Snakedoctors ihr Songmaterial nach dem Schema-F. Schlecht ist dies definitiv nicht, aber vom Hocker haut es nicht unbedingt. Im Feature mit Catlea kommt dann Girl With Sponges aus den Boxen, bei welchem sich die Snakedoctors von einer etwas anderen Seite zeigen und ein etwas ruhigeres Songmaterial zum besten geben, dass von nichts anderem Begleitet wird, als von einer hellertönigen Gitarrenakkordmelange, die den Gesang der beiden Sängern begleitet. Eine verzerrte Leadgitarre blitzt in diesem Titel stürmisch hervor und wird dabei simpel von dem Basrrifing begleitet.

Octaveklänge aus Bass- und Gitarre hauen dann den nächsten Punkrockstreich Got Him Another Girl aus den Boxen, der den typischen Sound von Snakedoctors präsentiert. Grungelastig und vom Sound der Gitarre irgendwie an Nirvana erinnernd, ist dann der etwas zügigere Titel 150 (Where Is This Going) an der Reihe, bei welchem Snakedoctors kompromisslos ihr ding durchziehen. Harmonisch und düster Melodisch kommt dieser Titel aus der Anlage, wobei es gerade auf den lyrischen Inhalt ankommt. Die Choursgitarre mit grungeigem Charakter ist auch auf Wódeczka der Fall, dessen polnischen Text der Rezensent nicht versteht, aber eins ist klar: Es geht um den Konsum von Alkohol. Mystisch und Finster, besonders durch die Keyboardklänge und den Bass eröffnet dann schleppend der nächste Titel Lights No Out weiter, wobei sich die Snakedoctors hier von einer ruhigen Seite zeigen und irgendwie fast anstrengend langsam aus den Boxen kommt, wäre da jedoch nicht der lyrische Anspruch und die Variationen des Keyboardsounds, welche das Ganze dann zu einer mittelmäßigen Erlebnisfahrt machen. Consecutively Dumb ist dann erneut in der klassischen Natur gehalten. So ein wenig klingt der Sänger wie eine Mischung aus Rodney Orpheus und Andrew Eldritch, wobei das aber die einzige Gemeinsamkeit ist. Nach dem depressiv und pessimistisch klingenden Not A Love A Song, der einen rauen und dreckigen Grunge-Flair in seinem Refrain präsentiert, geht es dann weiter mit dem harmonischen The Flame bei welchem The Snakedoctors ihren gewohnten positiven Flair versprühen, was irgendwie total im Kontrast zu den vorherigen Songs wirkt. Die Snakedoctors geben sich wie gewohnt und liefern hier keine Überraschung mehr, sondern bereits gehörtes. Zum Abschluss gibt es dann noch die Demoversionen von Girl With Sponges und Get Im Another Girl. Das dritte Album der Snakedoctors ist irgendwie ein schwieriges Thema. Es ist weder schlecht, noch sehr gut und von der Power der anderen Werke der band, ist hier ehrlich gesagt nicht mehr viel übrig. Es wirkt abgestanden und leider unausgegoren.

Fazit 6 von 10: Durchschnittliches Alternative Rock Opus, aber dennoch durchaus Hörenswert.

Mehr zu Snakedoctors im Netz:

Snakedoctors – Die offizielle Webseite:
http://snakedoctors.com/

Snakedoctors bei Instagram:
https://www.instagram.com/snakedoctors_official/

Snakedoctors bei Spotify:
https://open.spotify.com/artist/5vyum9X5jhjw9xc5RpUuw6

 

 

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