Für einen Künstler in die Rock ‚N‘ Roll Hall Of Fame aufgenommen zu werden, ist für so manchen Zeitgenossen der absolute Ingebriff eines Sell-Outs. Doch dabei sollte man nicht vergessen, worum es dabei wirklich geht: Nämlich einzig und alleine um die  Ehrung des Lebenswerkes von Künstlern und Bands. Die legendäre britische Rockband The Zombies wurde 2019 diese Ehre zu Teil in dem ihr Name in der Rock ‚N‘ Roll Ruhmeshalle aufgenommen wurde. Die Zombies haben sich sicher diese Auszeichnung redlich verdient, jedoch wäre dies ohne das Zutun der Produzenten Rod Argent und Chris White vermutlich nicht möglich gewesen. Chris White ist der Mann, welcher hinter einigen Perlen aus den letzten Jahrzehnten Rockgeschichte verantwortlich ist. Von neuzeitlichen Künstlern wie den Foo Fighters oder auch Beck für sein Songwriting zelebriert, erscheint in diesem Jahr nach und nach eine Neuauflage seiner dreiteiligen Kollektion aus Songs, welche Chris White in den letzten fünf Dekaden geschrieben und aufgenommen hat. Das meiste auf diesen Alben befindliche Material, wurde niemals zuvor der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In einer Serie aus drei Veröffentlichungen wird dies nun endlich in Angriff genommen, wobei Volume 1 vor rund einem Monat das Licht der Welt erblickte (hier geht es zum Review: The Chris White Experience – Vol. 1 ) Mit Volume 2. Geht es am 29.05 über das Label Sunfish Records in die nächste Runde! An diesem Tag erscheint die CD zu Volume II der Chris White Experience, die man quasi als Audio-Dokumentation bezeichnen könnte.

Chris White

Die zweite Ausgabe von The Chris White Experience ertönt zum Anfang mit dem Song Good Good Morning, welcher hier unter anderem von einem Mann mit dem Namen Kevin Finn interpretiert wurde. Essenziell in seinem Anfangssegment an gewisse Gesangspassagen von Queen erinnernd, hat Chris White hier einen zügigen Rocksong geschrieben, welcher die Laune des Publikums wohl aufhellen soll und genau das gelingt Good Good Morning auch direkt. In einem typischen 70er Rockjargon wird hier ein perfekt interpretiertes Brett dagelegt, dass alles andere als Seelenlos aus den Lautsprechern tönt und den Einstieg von Volume 2 direkt eindrucksstark behandelt. Mit einem soliden Rocksound, welcher mit Synthesizer und Orgelsounds garniert wurde und rund-um für ein hervorragendes und fantastisches Composing und Songwriting steht. Die Frage, ob es sich bei den Songs welche The Chris White Experience hier um produktionstechnisch einwandfreie Stücke handelt, sollte sich erübrigen. Denn auch der zweite Titel Is There Anyone Out There (Mitunter von Tim Renwick interpretiert), kommt in einer ausgesprochen guten Qualität aus den Boxen, welche aus warme, gefühl- und druckvolle Bässen und angenehmen höhen besteht. Musikalisch ist dieser Titel im Retro-Acoustic-Oldie-Sound eine schöne Nummer, welche zum einen mit musikalischem Perfektionismus und auf der anderen Seite stimmlichen Talent vertont wurde. Hochtönige und wenn man es so ausdrücken darf ydillische Gitarrensounds, werden von einem 4/4 getakten, gradlinigen Drumming und einem melodisch, harmonischen Bass zum tragen gekommen und bilden für den Gesang ein absolut schönes Fundmanet. Doch auch der Gesang ist absolut schön und präsentiert einen Lovesong, welcher mal nicht plakativ sondern auch tiefgründiger sein kann, etwas was man heutzutage kaum noch findet. Nicht nur durch spielerisches Talent oder ein Gedicht aus Notenfolgen, kann Is There Anyone Out There überzeugen, sondern auch durch sein fantastisches Arrangement. Gegen Ende gibt es dann mit leichten Fuzzgitarren einen rockigeren Flair bei dem Song, welcher wirkt als würde die Message zunächst ruhig und dann immer energischer, beziehungsweiße bestimmter vorgetragen werden.

Mit der lieblichen Ballade How I Miss You gibt es dann erstmals eine Titel auf Volume 2 der Chris White Experience , welche von einer Frau vorgetragen wird. Die schöne mit einem Piano vorgetragene Nummer, wird hier von der Sängerin Bianca Kinane vorgetragen und beschreibt auf eine sehr gut getextete Version und ja ich weiß, der Titel lässt das vermuten…. die Sehnsucht nach einer geliebten Person. Ein Wenig hat How I Miss You das Flair eines liebevollen Disney Soundtracks. Dies liegt aber nicht nur an den schönen Pianoklängen, oder den Streichersphären, sondern auch an der epischen Komposition und der stimmgewaltigen Leistung der Sängerin. Anhören! Denn hier werden Kenner von Disney sofort merken, was es mit diesem Vergleich auf sich hat. Doch auch weniger füllige Arrangements gibt es auf Volume II der Chris White Experience zu hören! Das unter anderem von Tim Renwick interpretierte Hold My Hand beispielsweise, ohne eine vielschichtige Instrumentalisierung aus, aber ist deswegen noch lange kein erwähnenswerter Titel! Essenziell besteht der Song aus einem Spiel einer akustischen Gitarre und weiblichen Stimmen, welche ebenfalls sehr gut zur Geltung kommen. Der Rocksong Waiting For The Night End, welcher erneut von Tim Renwick aufgenommen wurde, lässt absolutes 80’s Pop-Rock Feeling aufkommen. Nicht nur instrumentalistisch sondern auch Essenziell in seinem Sounddesign, bzw. der Akustik. Hallende Drums, mit Chorus unterlegte Leadgitarren, brachiale Hard Rock Gitarren und ein absolut geiles Riffing machen diesen Song perfekt und lassen teilweise an Legenden wie Eddy Van Halen denken. Mystische Synthesizerflächen, machen den Song noch etwas fülliger bis leicht Geheimnisvoll. Man fühlt sich direkt in das Jahrzehnt des Zauberwürfels, der zahlreichen Filmklassiker und so weiter und so fort. Normal Heart passt hierbei direkt in seiner poppigen Form direkt dazu. Ikonische Synthesizersounds, mit einem fast schon latinmäßigen Drumbeat und einer gewissen Magie, machen den fröhlichen Song Normal Heart ebenfalls einmalig.

Allen beteiligten an dem Projekt The Chris White Experience sei hier einfach mal ein Kompliment ausgesprochen, nicht nur das hier talentierte und professionelle Musiker an der Entstehung der Aufnahme beteiligt waren, Nein! Die Musiker schaffen es sogar den Stil, die Seele bzw. die Essenz und das Gefühl der einzelnen Song perfekt ins Wohnzimmer zu transportieren und diese akustischen Athmossphären auf eindrucksvolle Art zu transportieren. Dies gelingt auch bei dem Titel Killing Rose, der im cleanen Gitarrensound und nicht minder schlechtem Songwriting und Feingefühl der Musiker besticht und in seinem mittleren Tempo, ein hymnisches Epos darstellt, welches mit Spielerreien wie etwa einem Saxofonsolo aus den Boxen kommt. Mit Don’t Go Looking bleiben wir soundtechnisch direkt in den 1980er Jahren und erhalten ein Synthielastiges Sounddesign, dass sich am ehsten am New Wave zuordnen lässt. Ein wenig muss man hierbei an die Band A-Ha der 1980er Jahre denken und kann direkt gewisse Ähnlichkeiten im Sound ausmachen. Dies ist eigentlich nur äußerst Subjektiv. Kennt einer noch den Song, Push it To The Limit? Eine gewisse Ähnlichkeit ist hier nicht zu leugnen! Nicht minder perfekt und ebenso von hervorragender Qualität und musikalischem Talent wurde Don’t Go Looking von Colin Blunstone und seinen Mitmusikern auf Tonträger gebannt und ist ebenfalls der Beweis für angestrebten musikalischen Perfektionismus. Die Sängerin Bianca Kinane ist mit Eyes erneut an der Reihe und serviert dem musikbegeisterten Publikum eine liebevolle Ballade, die zunächst harmonisch aus der Anlage tönt und zum grande Finale mit einer leidenschaftlichen Leadgitarre überzeugt, die sich erst sporadisch einbaut und den epischen Gesang der Sängerin zum Ausdruck bringt. Auch das im 3/4 Takt gehaltene, Walzermäßige Teddybears macht eine absolut hervorragende Figur. Die traumhaft schöne Nummer lässt einem dann doch schon das Schmunzeln aufkommen. Die liebevolle Ballade inklusive einer Kinderstimme, macht richtig laune und kommt mit musikalischer Perfektion daher. Dies gilt auch für das nachdenklich stimmende Heard Your Song bei welcher alle Beteiligten der The Chris White Experience hier einen Retropop Song zum besten geben, der nicht nur musikalisch, kompositorisch oder songwriterisch sehr ansprechend ist, sondern auch stimmlich überzeugen kann. Der bombastische Retro-Rock Song Got To Be Now kann genauso überzeugen, wie die vorherigen Songs wie auch das Grande Finale Make The Lady Smile. Ist der erstgenannte Titel eine Bomast-Rock Nummer, die so klingt wie aus den 70ern und wiedermal von talentierten Musikanten eingezimmert, ist der letzte Song eine fröhlichere Unplugged-Rock Nummer, welche den runden Abschluss zu Volume II von The Chris White Experience.

Fazit 10 von 10: Wie auch schon die grandiose Collection Volume I, ist Volume II der Chris White Experience ein absolut geniales Werk, voller teils unveröffentlichter Hit-Nummern des legendären Chris White, die von absoluten Vollblutmusikern und talenten eingezimmert wurde.

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