Das Jahr 2020 hat auch seine gute Seiten! Musikalisch zum Beispiel wenn man sich so affengeile Scheiben reinpfeifft wie das neue Minialbum Long Live The Judex von The Judex. Seit nun einem Jahr sind die vier Jungs aus Los Angeles regelmäßig Gast bei She Wolf und haben sich mit ihrer Single Wicked Pony Stomp (Artikel gibtes hier) sich direkt in unsere Gehirne reingebrannt. Ihre Mischung aus schnellem Rock ‚N‘ Roll und Punk, den man auch als Garage Rock bezeichnen könnte, ist kompromisslos auf den Punkt gebracht und stellt eine Band in den Fokus, die ohne lang faxen zu machen, alles auf den Punkt bringt. Zielstrebig und geradehinaus, sind The Judex, deren Sound ein wenig an The Misfits meets The Flesheaters oder auch The Clash erinnert. Ob man diese Meinung teilen kann, ist recht umstritten, da derlei Befindlichkeiten äußerst subjektiv sind. 

Worüber sich aber alle einig sein sollten ist, dass ihre Mission, den Punk aufzuzeigen, wie er 1957 geklungen hätte, kann The Judex definitiv niemand Absprechen. Glenn Danzig meets Rock ’n‘ Roll könnte man den Sound und auch das Image dieser us-amerikanischen Powerband bezeichnen. Auf Long Live The Judex, gibt es jedenfalls sechs neue Tracks, welche euch ordentlich einheizen werden. Mit Be Mine legen die vier Jungs direkt los und hauen einen Rock ‚N‘ Roll lastigen Punkrock Song aufs Parkett, bei dem man schon die Protopunks der 50’s vor seinem geistigen Augen den Tanzsaal beim Proto-Pogo zerlegen sieht. Der Frontmann  und seine Jungs haben hier mal wieder eine Proto-Punk Scheibe hingelegt, bei der man sich vor Begeisterung am liebsten seine Tastatur zerbeißen möchte. Langweiliges rumgedruckse ist nicht The Cup Of Tea von The Judex und so legen sie, wie man sie kennt direkt los und liefern einen fantastischen Protopunk, der von zügigen Drums angetrieben wird und sowohl Gitarrist als auch Bassist sich eine Riffschlacht liefern, welche den Gesang perfekt zur Geltung bringt. Ich könnte jetzt darüber sinnieren, wie aufwendig das Ganze gemacht wurde, doch das sind The Judex, dass ist gottverdammter Proto-Punk! 

Was dem Ganzen jedoch die Krone aufsetzt, sind die kurzen und prägnanten Gitarrensolos mit denen The Judex zum schweißtreibenden Einstieg der zügigen vierviertel getakteten Nummer noch etwas Mehr rauskitzeln als das Standart Punkrock ’n‘ Roll Programm. Im klassischen Rock ‚N‘ Roll Jargon und gemäßigten Tempo kommt The Sommer Never Ends, die zweite von insgesamt sechs Runden aus den Boxen! Ein Titel, der genau das verkörpert, was beschrieben wurde. The Judex spielen hier rauen und schmutzigen Garagen Rock ‚N‘ Roll, bei denen Drummer, Bassist und Gitarrist eine in sich geschlossene Einheit bilden. The Judex sind eingefleischte Punk Rock ‚N‘ Roller und dies merkt man bei dieser Mid-Tempo Nummer erneut mehr als deutlich. Bluesige Gitarrensolos lockern das Gesamtkonstrukt des Arrangements noch etwas auf und die Vocals werden von dem treibenden Riffing zur Höchstleistung angespornt. The Judex stellen ihre songwriterischen und kompositorischen Qualitäten erneut auf ein hohes Podest, für Jedermann und Jedefrau deutlich erkennbar, sofern sie nicht Taub auf beiden Ohren sind. Mit einem Treble Echo, welches über die Gitarre gelegt wurde leitet Sweet Hatchback ein und zeigt The Judex fast schon von einer liebevollen Seite, in dem Sie einen Love Song der etwas anderen Art präsentieren. Kompositorisch toppen die Jungs sich scheinbar von Song und zu Song und harmonisch bis melodisch kommt hierbei der Gesang aus den Boxen. Es geht dabei um einen Protagonisten, welcher seine/n Angebetete/n schrecklich vermisst und sich nach diesem Menschen sehnt. Ein klassischer Rock ‚N‘ Roller der perfekten Art eben.

Enter Madame geht hierbei wieder den Punkrock weg und überzeugt erneut durch eine solide Gitarrenarbeit, die von einem straight-forward Drumming angetrieben wird. Erneut erweißen sich The Judex als musikalisch flüssig aufeinander abgestimmtes Quartett, welches eine fest in sich geschlossene Einheit darstellen. Erneut hat man den zertrümmerten Tanzball der 1950er Spießydille im Sinn. Eins ist sicher, wäre Punkrock in den 50ern erfunden worden, er hätte mit Sicherheit ähnlich geklungen! The Judex klingen in der Tat so, als kämen sie aus der Zeit unserer Eltern und – eigentlich auch schon Großeltern. The Judex bieten genau das, was die Generation W – aka. Baby Boomers gebraucht hätten! Ihre Musik wäre damals ein Befreiungsschlag aus der Spießigkeit der 1950er gewesen. 

Hierfür ist auch Affair Of The Poisons ein musikalisches Beispiel. Gallopierende Up and Down Bässe, angetrieben von zügigen Drums bilden das Fundament der Nummer, die musikalisch Simpel gehalten ist, aber in ihrem Gesamtkonzept eine Menge hermacht und durch den Gesang erneut voll und ganz glänzt. Von der soliden Leistung der Musiker getragen, Macht der Frontmann erneut einen tadellosen Job. Mit an manchen Stellen angebrachten Breaks bringen The Judex oftmals unvorhergesehen, eine gewisse Variation in ihr Arrangement, was das Ganze umso spannender macht. Zum großen Finale gibt es dann mit Harbor Moan im mittleren Tempo noch eine Rock ‚N‘ Rollige Schaukelstunde, bei der The Judex den bluesigen Rock ‚N‘ Roll auspacken und eine Nummer präsentieren, die sich durch musikalisch in sich geschlossene Tightness äußert. Ein passendes Gitarrensolo verbindet die erste und zweite Hälfte dieses Rock ‚N‘ Rollers, der fantastisch aus den Lautsprechern tönt. The Judex verstehen es den Hörer in ihren Bann zu ziehen und haben ein Album kreiert, welches von der ersten bis zur letzten Sekunde bockt wie sau! 

Fazit 10 von 10: Rock ‚N‘ Rolliger Proto-Punk at it’s Best! Nicht nur Punkrock Fans, sondern auch Rock ‚N‘ Roll Fans die es Retro und zeitlos zugleich mögen, sollten sich Long Live The Judex um jeden Preis anhören UND besorgen! Geiles Zeug!

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